Einführung
Der Delphin-Zyklus
Der Gemälde-Zyklus (1993-1994) basiert auf einer amerikanischen Managementtheorie ("Delphinstrategien" von Dudley Lynch und Paul Kortis), die sich mit dem Verhalten der Delfine in chaotischen Verhältnissen befasst und Empfehlungen für wirtschaftliches Handeln gibt. Es ist ein Unterschied, ob der Mensch als Hai oder als Delfin denkt. Der Zyklus entstand parallel zum Besuch eines Intervall-Seminars.
Abgehandelt werden jene Begriffe, die im Seminar eine Rolle spielten, wie faith, belief, behaviour, thoughts, feelings, decisions, selections, die im ersten Grundbild "Sky, Earth, Water", und desires, wishes, expectations, imagination und pictures, die im zweiten Grundbild "Water" eingearbeitet sind. Jeder Begriff wird in der Folge durch ein weiteres Gemälde künstlerisch verarbeitet.
Die Gemälde sind spontane Interpretationen des Seminars, das 10 Wochen andauerte. Sie sind alle entstanden während eine Musikkassette mit dem Gesang von Delfinen lief. Mit einer Ausnahme haben alle Gemälde die Größe 80 x 100 cm.
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Religiöse Gemälde
Die Gemälde des Johannes-Evangeliums sind im von Leonhard entwickelten Count Art Stil gemalt. Count Art basiert auf der ältesten jüdischen Überlieferung. Gemäß der Kabbala sind die hebräischen Schriftzeichen quantitative Proportionen, d.h. Zahlen, erst in zweiter Linie sind sie auch Buchstaben (Friedrich Weinreb). Nun besteht die Thora ausschließlich aus Konsonanten und das hebräische Alphabet umfasst 22 Konsonanten, deren Schriftzeichen jeweils ein Zahlenwert zukommt. Und Zahl und Zeichen sind identisch, sie sind dasselbe, zum Beispiel b = 2 und 2 = b.
Diese Vorstellung von Zahl und Sprache hat weitreichende Folgen für das Verständnis der Schöpfung. Es eröffnen sich Wege zum Wesentlichen von Begriffen und Zusammenhängen vorzustoßen, die in anderen Sprachen so nicht möglich sind, zumal die Schriftzeichen der Thora keine Veränderung erfuhren und im Grunde nicht übersetzbar sind.
Count Art nutzt die Identität von Zahl und Buchstabe, indem so auf die hebräische Sprache zugegriffen wird, dass die Pinselstriche des Gemäldes gezählt sind. Diese Methode nennt Leonhard Count Art, da zählen im Englischen "to count" heißt.
Der Betrachter sollte verstehen, dass die äußere Form nur ein Aspekt vom Ganzen ist, und Ganzheit keine Form hat. Durch Count Art gelingt es Sprache auf die Leinwand zu bringen und der vermeintlichen Abstraktion Struktur zu geben. Count Art wurde entwickelt ohne jeden Kontakt zu Künstlern oder Kunstexperten. Auch religiöse Ratgeber waren nicht involviert. Und, um Missverständnissen vorzubeugen, Leonhard ist katholisch.
Mitte der 1990er Jahre hatte Leonhard das Gefühl mit dem Evangelium mehrere Tausend Gemälde anfertigen zu können. Ein solches Projekt hätte aber Bedingungen erfordert, die nicht gegeben waren, z.B. ein Atelier und öffentliche Resonanz als Künstler. Trotzdem hat Count Art das Potential in die Kunstgeschichte einzugehen.
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Porträts und figürliche Gemälde
Die ältesten erhaltenen figürlichen Gemälde stammen aus den Jahren 1964/65 in Form von Selbstporträt Zeichnungen.
Neben realistischen Porträts, z.B. "Romy Schneider", und Versuchen mit dem Pointilismus, entstanden auch Porträts im Count Art Stil. So ist das Porträt von "Jzhak Rabin" ein Count Art Gemälde, wobei der Name "Izhak" die Anzahl der Pinselstriche bestimmt.
Für ein Auftragsporträt wird ein gutes Farbfoto und der Vorname der zu porträtierenden Person benötigt. Leonhard nimmt Aufträge gerne an, Mindestgröße 50 x 70 cm, Maximalgröße 90 x 120 cm.
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Sonstige Gemälde
In dieser Kategorie sehen Sie Gemälde verschiedener Techniken, oder Gemälde, die in keine der anderen Kategorien passen. Diese Kategorie beinhaltet auch ältere Gemälde und Gemälde der beiden Ausstellungen von 1992. Hier, wie auch in den anderen Kategorien, finden sich eine Reihe von intuitiven Gemälden, die ausdrücken, was der Maler mit Worten nicht sagen konnte. Viele Gemäldetitel wurden erst später gegeben. Deshalb hieß die erste Ausstellung "Aus dem Bauch". Gemälde, die älter als 1973 sind, überlebten eine Zerstörungsaktion wegen eines Anfalls von Verzweiflung und Depression angesichts geringen künstlerischen Fortschritts.
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